Wie entsteht er denn jetzt eigentlich, der Pillen-Preis?

In der aktuellen Diskussion, wer denn nun die Hauptschuld an den hohen Preisen für die deutschen Arzneimittel trägt, geht es wild durcheinander. Politiker sehen die Schuld derzeit bei den Herstellern innovativer Medikamente, die schieben den schwarzen Peter zurück (Achtung, Mehrwertsteuer-Debatte!) – und auch die Apotheker und der Großhandel sind schließlich nicht ganz unbeteiligt.

Ich dachte, wir dröseln das Ganz ein wenig auf. So sieht es dann nämlich ungefähr aus:

Noch Fragen?
(Vielen Dank an die RP und das Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen)

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2 Kommentare zu “Wie entsteht er denn jetzt eigentlich, der Pillen-Preis?”

  1. strappato sagt:
    19 März 2010 um 16:48

    Zum einen fehlt da noch der Zwangsrabatt. Die gesetzlichen Krankenversicherungen erstatten den Apotheken für die auf Rezept abgegebenen Arzneimittel weniger als den Brutto-Apothekenverkaufspreis (AVP). Die Apotheken müssen den Kassen einen Apothekenabschlag bzw. Zwangsrabatt in Höhe von 2,30 Euro pro Packung einräumen.

    Zweitens muss man erklären, dass dies nur für verschreibungspflichtige Medikamente gilt, die in öffentlichen Apotheken abgegeben werden. Die Preise für Medikamente, die in Kliniken den Patienten während einer stationären Behandlung gegeben werden, werden zwischen Klinikeinkauf und Hersteller verhandelt.

    Das oben ist ein Beispiel. Die Zuschläge sind auch abhängig von dem Preis des Medikaments, Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass dies Preisbildung in der Arzneimittelpreisverordnung festgelegt ist.

    Wie der Pillenpreis “ensteht” ist als Überschrift nicht ganz korrekt. Die Grafik verdeutlicht nur die Zuschläge. Wie der Hersteller den Abgebepreis festsetzt ist ein ganz anderes Thema.

    Desweiteren gibt es auch für patentgeschützte Medikamente Selektivverträge. So haben beispielweise einige Krankenkassen für Insulinanaloge Rabattverträge abgeschlossen. Oder für Pfizers Sortis, dessen Preis über dem Festbetrag liegt.

    Da wäre noch mehr zu sagen, aber das würde den Rahmen sprengen.

  2. nicolakuhrt sagt:
    20 März 2010 um 07:44

    Klar! Ich hätte auch noch vom Pricing sprechen können, vom Verhältnis Forschung / Marketing + Auswirkung auf den späteren HAP, von Cost-Share-Verträgen, von Risk-Share-Verträgen, von Re-Importen, von Referenzpreisen, von Höchstpreisen, von….

    Die Grafik zeige ich hier auch gern!

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