Pille danach

EMA gibt „Pille danach“ frei: Schwenkt Gröhe jetzt um?

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat sich dafür, ausgesprochen,  das Notfallkontrazeptiva ellaaOne (Ulipristalacetat) aus der Rezeptpflicht zu entlassen. Nun scheint auch Gesundheitsminister Hermann Größe seine strikte Haltung in Sachen „Pille danach“ zu revidieren – das meldet daz.online (19.11.2014).

Tatsächlich könnte es sonst ab Anfang 2015 zu der paradoxen Situation kommen, dass PiDaNa (Levonorgestrel) und andere LNG-haltige Notfallkontrazeptiva in Deutschland weiter rezeptpflichtig wären, das Ulipristal-haltige ellaOne dagegen nicht.

Es war eine der ersten Entscheidungen Gröhes als neuer Gesundheitsminister, an der Rezeptpflicht und der damit verbundenen Beratungspflicht durch einen Arzt für die „Pille danach“ festzuhalten – und das, obwohl die Experten des Sachverständigenausschusses die Freigabe empfohlen hatten. Das sorgte für deutliche Kritik, nicht nur von SPD, Grünen und Apothekern.

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Er wolle einen schnellen und diskriminierungsfreien Zugang zur „Pille danach“ mit einer guten medizinischen Beratung verbinden, erklärte der Christdemokrat dann stets. Das dichte Netz an Ärzten und Krankenhäusern ermögliche Frauen doch einen schnellen Zugang zum Arzt. Dass dieser Zwang diskriminierend sein kann, Frauen vor unangenehme Situationen stellt und gerade die benachteiligt, die auf dem Land leben, ließ er nicht gelten.

„Die ärztliche Beratung ist auch deshalb so wichtig, weil es zwei verschiedene Präparate gibt, die je nach Zeitpunkt der Einnahme und auch abhängig vom Körpergewicht der Frau unterschiedlich zuverlässig wirken. Der Arzt kann am Besten sagen, welches Präparat sich im konkreten Fall empfiehlt.“

Das war im Februar. Nun erklärte Gröhe laut daz.online:

„Unser Ziel ist es, auch weiterhin eine gute Beratung für beide Präparate aus einer Hand sicherzustellen. (…) Wenn diese Beratung aufgrund einer Brüssler Entscheidung zukünftig nicht mehr zwingend durch einen Arzt vorgenommen werden muss, ist eine intensive Beratung auch in den Apotheken der richtige Weg.“

Wird die ellaOne-Freigabe nun tatsächlich umgesetzt, will Gröhe „die Frauenärzte, die Apotheken und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dazu einladen, gemeinsam Kriterien für eine qualitativ hochwertige Beratung zu entwickeln“.

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