Ein Wunder? 13,7 Millionen Tabletten weniger schlucken…

Es ist tatsächlich kaum zu glauben: Dass die Menschen in Deutschland pro Jahr 13,7 Millionen Tabletten weniger schlucken – das ginge laut dem Fachverband Medizintechnik Spectaris ganz einfach.

“Wenn Ärzte Patienten nach einer wiederholten Verengung der Herzkranzgefäße einen neu entwickelten Ballonkatheter einsetzen, verkürzt sich die medikamentöse Therapie erheblich”, heißt es in einer hübschen kleinen Imagebroschüre. Etwa 13,7 Millionen Tabletten ließen sich dadurch deutschlandweit einsparen.

Wer genauer wissen möchte, wie diese doch erstaunliche hohe Zahl zustande kommt, wird zunächst auf die “Einsparpotentialstudie 2008” von Spectaris verwiesen. Im Vorwort steht nun:

Noch liegen keine Langzeitergebnisse vor, jedoch ist durch das Fehlen des die späten Thrombosen verursachenden, medikamentenbeschichteten Stents zu vermuten, dass dieses Risiko wirksam eliminiert ist. Kosteneinsparungen ergeben sich vorrangig aus der verkürzten Medikamentenbegleittherapie sowie aus den vermiedenen Revisionseingriffen nach fehlgeschlagener Revaskularisation.

Führen nur Vermutungen zu der doch schlagkräftigen Aussage? Geht es vielleicht doch etwas konkreter? Der Pressesprecher von Spectaris blockt ab, “das Produkt ist ja nicht von uns.” Dann verweist er aber noch auf “mehrere Studien, die wir seit einigen Jahren bei der TU Berlin und der Unternehmensberatung Droege & Comp. in Auftrag geben”. Hier findet sich tatsächlich eine Kosten-Nutzen-Analyse, allerdings wird hier ein angenommenes Gesamteinsparpotenzial von “circa 59 Millionen Euro” errechnet:

Und wie kommt der Medizintechnik-Verband nun auf die 13,7 Millionen Tabletten, die weniger geschluckt werden?

Weiterhin keine Spur….

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