Diät-Pillen-Hersteller Glaxo steigt ins Film-Business ein

Das Pharma-Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK), seines Zeichens Hersteller der Abnehm-Pille Alli, hat sich entschieden, einen Dokumentarfilm über die Themen Essen und Adipositats zu produzieren.

Wie die New York Times berichtet, handele es sich keineswegs um ein kleines Werbefilmchen für die GSK-Internetseite (gibt es längst, siehe unten) – der Pharmahersteller steigt direkt ins große Film-Business ein. Ein Budget für den Film ist nicht bekannt. Der Regisseur, der die Doku drehen wird, soll am 25. Januar auf dem renommierten Sundance Film Festival in Park City, Utah, bekannt gegeben werden. Prominente Unterstützung habe GSK in der Non-profi-Organisation “Creative Coalition” gefunden, zu der auch bekannte Schauspieler wie Alec Baldwin und Susan Sarandon gehören, schreibt Brooks Barnes in der NYT.

Alli, das seit April 2009 auch in Deutschland erhältlich ist (ausschließlich in Apotheken) wurde stets offensiv beworben. Es gibt eine Alli-Programm-Internetseite, eine Alli-Community, Alli-Rezept-und Sporttipps, einen Blog, einen Youtube-Film….

Dass GSK nun gleich eine ganze Doku drehen lässt, ohne sich davon einen erhöhten Absatz der eigenen Fett-weg-Pille zu versprechen, bezweifelt eigentlich kaum jemand. Rachel Ferdinando, Marketing-Direktorin bei GSK, erklärt in der NYT aber genau das. Einen Vertrag, der den Künstlern absolute Freiheit lasse, sei bereits unterzeichnet. “Die Filmmacher können selbst entscheiden, ob für die Doku Alli wichtig ist oder nicht”, sagt sie. “Wir wollen absolut transparent sein. Und es ist doch ein fantastisches Ergebnis, wenn die Menschen nachher mehr über die richtige Ernährung wissen.”

Ein Schelm, wer dabei böses denkt?

Bei der Einnahme von Alli sollte jedenfalls auf eine ausgewogene, kalorienarme, ballaststoffreiche, leichte Kost (fettarm!) geachtet werden, ansonsten kann es zu den so genannten Fettstühlen kommen. Warum? Alli wirkt nur lokal und hemmt fettzerlegende Enzyme im Magen-Darm-Trakt. Fett wird also nicht mehr im Körper aufgenommen, sondern ausgeschieden.

Wird die aufgenommene Fettmenge nicht reduziert, kann es zu starkem Durchfall auf Grund der vermehrten Fettausscheidung kommen. GSK beschreibt das so:

“Wenn Sie alli jedoch bei einer Mahlzeit anwenden, die zu viel Fett enthält, steigt das Risiko ernährungsbedingter Begleiterscheinungen. Dazu können zählen: fettiger oder öliger Stuhl, weicher Stuhl, plötzlicher Stuhldrang sowie Blähungen (Flatulenz) mit oder ohne ölige Fleckenbildung.”

Wenn Alli also im kommenden GSK-Blockbuster nicht auftaucht, kann man nicht nur aus Gründen der Patientenunabhängigkeit froh sein.

One Comment

  1. Julia says:

    Das klingt doch wirklich gruselig! Die Nebenwirkungen sind so abstoßend, dass man eigentlich davor warnen sollte, ALLI außerhalb des eignen Hauses oder noch besser: außerhalb des eigenen Badezimmers einzunehmen 😀

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