Zweites Gutachten zu “Spesen” von Peter Sawicki?

Mit der gestrigen Sendung von “Hart aber Fair” war die Verwirrung perfekt, sprach Frank Plasberg doch von zwei Gutachten, die sich mit den Spesen und Fahrtkosten des IQWIG-Chefs Peter Sawicki beschäftigt hätten. Was war gemeint? Hier ein paar Fakten:

Den Prüfbericht der BDO Deutschen Warentreuhand hat Peter Sawicki selbst im vergangenen November in Auftrag gegeben, nachdem ihn der kaufmännische Geschäftsführer des IQWIG Ende November 2009 darauf hinwies, “dass es in der Vergangenheit möglicherweise Fehler bei der Abrechnung” gegeben habe.

“Gegenstand, Art und Umfang der Sonderuntersuchung” ist, so steht es in der Einleitung des BDO-Berichts:

Zielsetzung der Sonderuntersuchung war es festzustellen, ob es zu Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Reise-, Bewirtungs- und Kfz-Betriebskosten durch den Institutsleiter, den stellvertretenden Institutsleiter oder einen der acht Ressortleiter des IQWIG gekommen ist.

Auf knapp 70 Seiten hat die BDO nun genau das getan. Der Bericht wurde – noch bevor er wie geplant auf der Vorstandssitzung des IQWIG besprochen werden konnte – Medienvertretern zugespielt. Die FAZ schrieb daraufhin über die “Dienstwagenaffäre“,  andere – wie Spiegel online – zogen nach und korrigierten die Aussagen des FAZ-Berichts, teilweise oder in Gänze.

Am vergangenen Freitag wurde bekannt, dass der Vertrag von Peter Sawicki über den August 2010 hinaus nicht verlängert wird. Die Stellungnahme seitens des IQWIG-Vorstands fiel sehr knapp aus:

Seitdem ist viel darüber diskutiert worden, was zu der Entlassung führte. Neben der nun sehr wichtigen Frage, wie es mit dem IQWIG weitergehen wird – ob die evidenzbasierte Medizin ihren Stellenwert behält und die wissenschaftliche Ausrichtung gewahrt bleibt – steht immer noch die Frage im Raum: Was war denn nun mit Sawicki und seinen Spesen? Und was ist das für ein zweites Gutachten, von dem Plasberg gestern sprach?

Zumindest letzteres ist schnell erklärt: Es gibt den Prüfbericht, den die BDO Deutsche Warentreuhand erstellt hat – und dann existiert noch eine “juristische Einschätzung” der Anwälte Peter Sawickis zu den Ergebnissen.

Vielleicht sollte das IQWIG beide Gutachten einfach veröffentlichen, dann kann sich jeder selbst ein objektives Bild der Inhalte machen.

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