Die Pharmaindustrie besucht den Gesundheitsminister…was sie wohl diesmal mitbringt??

Nachdem in der vergangenen Woche Vertreter der Krankenkassen zu Einzelgesprächen ins Bundesgesundheitsministerium geladen waren, sind heute die Pharmaverbände dran. Der Vorsitzende des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Bernd Wegener, hat im Vorfeld gleich mal die Stoßrichtung vorgegeben. In der ARD warnte davor, “dass Arzneimittel (…) auf einmal wie eine Konsumware verramscht werden sollen zum Nulltarif im Fortschrittsbereich”. Das könne so nicht gehen.

Genau wie Vertreter des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (VfA), die nach dem BPI im Gesundheitsministerium geladen sind, will Wegener Vorschläge unterbreiten, wie die weiter steigenden Arzneimittel-Kosten in den Griff zu bekommen seien.

Man darf gespannt sein, was sich die Pharma-Strategen überlegt haben: Nach ähnlichen Treffen in der Vergangenheit wurden geplante schärfere Regelungen zur Pharmapreis-Regulierung jedenfalls regelmäßig wieder eingestampft: Mühsam erarbeitete Positivlisten landeten zum Beispiel im Schredder (1992) und wurden dem damaligen BPI-Hauptgeschäftsführer Hans Rüdiger Vogel zum 60. Geburtstag überreicht (in einer Klarsichthülle). Einen geplanten vierprozentigen Preisnachlass für patentgeschützte Medikamente zugunsten der Krankenkassen konnten Pharmakonzerne 2001 durch einen Ablass von 200 Millionen Euro verhindern.

Philipp Rösler hat sich bislang durchaus kämpferisch gegeben. Im FAZ-Interview erklärte er:

“… ich bin nicht dafür zuständig, dass die Pharmaunternehmen ihre Gewinnmargen mit neuen Präparaten hoch halten, sondern dafür, dass sie innovative Medikamente auf den Markt bringen, die den Patienten nützen.”

Im gleichen Gespräch erklärte er aber auch:

“Wir brauchen effizientere Strukturen. Deshalb habe ich alle Beteiligten eingeladen, den Spitzenverband der Kassen und die Verbände der Pharmaindustrie. Wir wollen darüber diskutieren, wie die Effizienz im Pharmabereich verbessert werden kann. Wir werden Einsparpotentiale suchen und für die Versicherten heben. Aber wir werden es intelligenter machen als früher – in einem fairen, wettbewerblichen System.”

Bleibt abzuwarten, wie fair und wettbewerblich in diesem Zusammenhang zusammenpassen.

Leave a Comment