Nach dem “Gesundheitsgipfel”: Hinhalte-Taktik mit Mondpreisen

Nach den gestrigen Gesprächen mit Vertretern der Pharmaindustrie (BPI und VfA) veröffentlichte Philipp Rösler eine kurze Pressemitteilung, Inhalt: Nix Neues.

Klar, “Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme”, ja, der Zugang zu neuen innovativen Arzneimitteln muss möglich bleiben. Schön unverbindlich auch Aussagen wie “auch die Pharmaindustrie muss ihren Beitrag leisten.” Immerhin: Rösler sei erfreut, “dass die Vertreter der Kassen und der Pharmaindustrie die Zeichen der Zeit erkannt haben.” Welche Zeichen er meint und was es bedeutet, dass diese erkannt wurden, sagt er leider nicht.

Was besonders schade ist: Geschult der Chronistenpflicht wurde die Pressemitteilung trotz fehlenden Inhalts von den Tageszeitungen in Deutschland gedruckt. Jede fügte dabei noch ein bisschen was hinzu, allerdings meist nur ein paar weitere nichtssagende Zitate von Gesundheitsexperten, Pharmakritikern oder Politikern.

Eine kleine Variation des Themas brachte immerhin Rainer Woratschka im Tagesspiegel (oder auf tagesspiegel.de oder auf zeit.online, wie auch immer). Er erwähnte zumindest kurz, dass in den aktuellen Diskussionen zunehmend der Begriff des “Mondpreises” verwendet wird. Aber auch er belässt es bei einem schlichten Hinweis, Details zu seiner Entdeckung eines neuen Begriffs gibt es nicht.

Wer sich den Gleichklang der Medienlandschaft anhand einer Null-Inhalt-Pressemitteilung einmal ansehen möchte:

Der Ausgangspunkt:

….und das schreibt die Ärzte Zeitung:

… das liest man auf FOCUS online:

… und das zum Beispiel im Tagesspiegel (ob jetzt gedruckt, online, im Original oder auf zeit.de)

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