Noch ein Institut? Ärztekammer-Präsident Hoppe fordert neuen Gesundheitsrat

Ein Zufall? Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe hatte vergangene Woche scheinbar richtig viel Zeit für Journalisten – gleich zwei große Interviews, einmal in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS), einmal in der heutigen Rheinischen Post (RP), sind das Ergebnis.

In der Sonntagszeitung werden zwar eher die ganz großen Fragen à la Was darf Überleben kosten? thematisiert, während es in der Rheinischen Post doch lokal-bodenständiger zugeht – der Leser erfährt zum wiederholten Mal, dass er zu oft zum Arzt geht, das Akupunktur was bringt und doch besser erst der Hausarzt aufzusuchen sei – dennoch kann Hoppe in beiden Texten seine aktuelle Forderung platzieren.

In der FAS (21. Februar 2010) klingt das so:

Es sollte ein Gesundheitsrat gebildet werden, der Vorschläge unterbreitet, zusammengesetzt aus Medizinern, Juristen, Ethikern, Ökonomen und Patientenvertretern und Philosophen. Ich schlage zudem eine Enquetekommission vor, die den Abgeordneten des Bundestags Hinweise gibt.

In der Rheinischen Post (22. Januar 2010) sagt Hoppe:

Wir schlagen einen Gesundheitsrat vor, in dem Ärzte, Epidemiologen, Ethiker, Juristen, Theologen und Patientenvertreter sitzen. Diese Fachleute sollen Vorschläge machen, welche Krankheiten grundsätzlich oder bevorzugt behandelt werden müssen. Was davon umgesetzt wird, muss die Politik entscheiden.

Tja, auch wenn Hoppe in der RP-Version, die im Ressort “Wirtschaft” erschienen ist, ausgerechnet die Ökonome als teilnehmende Vertreter des Gesundheitsrats vergisst, frage ich mich: Warum spricht er plötzlich von wir fordern? Und wer sind diese wir? Und aus welchen Gründen fordern diese Wirs genau jetzt noch einen Ausschuss? Was ist mit den diversen anderen Vertretungen wie zum Beispiel dem ehrenwerten Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen?

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