Arzneimittel-Preise? Ist uns doch egal….

Man kann schon ins Grübeln kommen. Auch wenn das Bundesgesundheitsministerium (BMG) derzeit den Arzneimittel-Preisen offiziell den Kampf angesagt hat, scheint es mit der Bereitschaft über die Prozesse, die den Markt bestimmen, zu sprechen, nicht ganz so weit her zu sein.

Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, liest man die Antwort von Staatssekretär Stefan Kapferer auf eine Kleine Anfrage von Vertretern der Linken, die mal wissen wollten, wie das eigentlich im europäischen Ausland mit der Arzneimittel-Preisbildung so funktioniert.

Klar, Kleinen Anfragen, die dann doch aus 17 Fragen bestehen, sind wohl eher dazu da, den politischen Gegner ein bisschen zu piesacken, aber warum beantwortet das BMG diese nicht dennoch umfassend?

Wenn nach der Arzneimittel-Preisbildung im Ausland gefragt wird, ob es Positivlisten gibt und welchen Erfolg diese haben, könnte das Haus doch seine ganze Expertise raushängen lassen – schon weil man doch weiß, dass die Opposition diese Antwort an die Presse geben wird….

Statt aber mit Kenntnis zu glänzen, antwortet der Staatssekretär:

Die Bundesregierung führt kein Register über Preisregulierungen in anderen Ländern und verweist auf entsprechende Fachveröffentlichungen.

Alle weiteren Fragen der Linken, etwa “In welchen Ländern der OCED ist eine Kosten-Nutzen-Analyse Voraussetzung für den Marktzugang bzw. die Erstattungsfähigkeit durch die Krankenkassen?” antwortet das BMG:

Siehe Antwort auf Frage 2.

Tja, ein bisschen dünn, gleiches gilt auch für die Verweise auf Antworten, die man doch schon früher einmal auf derartige Fragen gegeben hatte. Die genannte OECD-Studie zu Arzneimittelpreisen stammt zum Beispiel aus dem Jahr 2005.

Ein bisschen mehr könnte schon kommen von einem Ministerium, das den Kostenanstieg der innovativen Arzneimittel nun endlich in den Griff bekommen will, oder?

Leave a Comment