Jetzt neu: Beichten in der Video-Apotheke

Na, wenn das mal nicht praktisch ist: Die erste Video-Apotheke Deutschlands hat dieser Tage in Marburg ihren Betrieb aufgenommen. In der Box können Patienten via Videoschalte mit dem angeschlossenen Apotheker kommunizieren und ihre Bestellung aufgeben – und auch sonst noch so einiges, wie sich bei zeigt. Rezepte werden durch einen Schlitz unter dem Briefkasten geworfen und eingescannt. Die Arzneimittel werden dann zu dem Patienten nach Hause geliefert, bezahlt wird per EC-Karte oder an der Haustür.

Das Tolle an der Video-Apotheke ist, wie jedenfalls Thorsten Junk, Hersteller der “CoBox‘” verkündet, dass die Kiste den Kunden nicht nur weite Wege spart, die Kunden können sich sogar setzen!! Unglaublich, oder?

Also rein, Tür zu und Rezept raus: Die Apotheke wird zum Beichstuhl – die Gespräche zwischen Apotheker und Kunden seien oft viel diskreter, heißt es jedenfalls. Der hessische Apothekerverband – bislang gibt es nur in diesem Bundesland die CoBox – ist natürlich nicht begeistert, man kämpfe schließlich für die inhabergeführte, wohnortnahe Apotheke. Klar, aber gegen eine multifunktionale Superlösung wie die CoBox kommt der natürlich nicht an…

Dass die Kisten – trotz dem großzügigen Einsatz von Milchglas – irgendwie an Passbild-Automaten in Hauptbahnhöfen erinnern, soll keinen stören, als “Outdoor-Modell” gewinnt die elektronische Apotheke doppelt und dreifach, wie der Hersteller erklärt:

“außerhalb geschlossener Gebäude aufgestellt werden. In dieser CoBox werden ebenfalls ein Geldausgabeautomat und ein SBT mit integriert, sodass der Kunde wenn er sich Medikamente bei der Apotheke bestellt, auch Bankgeschäfte erledigen kann. Es können auch zeitlichgleich ein Kunde in der CoBox beraten werden und ein weiterer die Bankautomaten nutzen.”

Ach ja, die CoBox kann auch zum “Multi Vendor” (?) werden, also von mehreren Betreibern gleichzeitig als Vertriebskanal genutzt werden…

Die Video-Apotheke macht in ländlichen Region vielleicht tatsächlich Sinn, zugegeben. Dennoch wird es wohl etwas dauern, bis sich das Konzept durchsetzt. Können Sie sich ihre Großeltern bei der Bestellung in einer Video-Apotheke vorstellen? Und wenn der Apotheker gerade nicht da ist, checkt Opa eben seinen Konto-Stand? Ich nicht.

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