Jammern auf hohem Niveau: Roche droht mit Stellenstreichungen

Tja, das war zu erwarten: Kaum droht ein Gesundheitsminister der Pharmaindustrie mit Sparmaßnahmen, droht die ihrerseits mit Stellenstreichungen. Als nächstes werden dann die Minister der Bundesländer, in denen die Konzerne sitzen, auf den Weg geschickt, Schlimmeres zu verhindern.

Den Anfang macht diesmal Roche. In einer Pressemitteilung teilt der Großkonzern mit:

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungs- und Produktionsstandortes Deutschland wird nur dann gestärkt, wenn verlässliche Rahmenbedingungen vorliegen. Der dauerhafte Erhalt von Arbeitsplätzen und Zukunftsinvestitionen der Pharmaindustrie in Deutschland stehen angesichts der jüngsten politischen Absichtserklärungen auf dem Spiel.

Komisch nur, dass das Unternehmen sonst ganz andere Zukunftschancen postuliert, wie erst vor wenigen Tagen auf der Präsentation des Basler Konzerns auf einer Investorenkonferenz in New York. Hier hieß es, Roche sei für ihre Geschäfte mehr als optimistisch. Etliche experimentelle Medikamente dürften bei Erreichen der Marktreife das Potenzial für Milliardenumsätze haben:

Dass Diabetesmittel Algelitazar, das Mutliple-Sklerose-Medikament Ocrelizumab oder der bei der Behandlung von Schizophrenie eingesetzte Clycin-Aufnahmehemmer (ClyT-1 Inhibitor) könnten jährliche Spitzenumsätze von über 2 Mrd CHF erreichen. Das Cholesterinmedikament Dalcetrapib könnte mit seinem Jahresumsatz gar die Marke von 5 Mrd CHF übertreffen.

Angesichts solch rosiger Umsatzerwartungen tut es Roche natürlich unglaublich weh, dass es demnächst den tatsächlichen Zusatznutzen ihrer Entwicklungen in einem weiteren Dossier belegen und mit IQWIG / G-BA abstimmen soll, so ein Aufwand! Dass es mit dem Gesetz für den Konzern immer noch  möglich bleibt, den Preis für ein neues Medikaments selbst festzulegen, erwähnt Roche in der jüngsten Panikmache natürlich nicht.

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