Umsatzrückgang und “Innovationsstau”: Pfizer streicht weltweit 6000 Stellen

Nach Übernahme seines Konkurrenten Wyeth plant Pfizer den Abbau von 6000 Stellen, acht der insgesamt 79 Produktionsstätten weltweit sollen geschlossen werden. Offiziell nennt das Unternehmen die kommenden Schritte “Restrukturierung des weltweiten Produktionsnetzwerks”.

Der amerikanische Pharmakonzern beschäftigt weltweit rund 81.900 Mitarbeiter, in Deutschland arbeiten derzeit 3800 Menschen für Pfizer. Während das Werk in Freiburg von den Streichungen unberührt bleiben soll, trifft es aber die Produktionsstätte in Illertissen: Freiburg sei als so genannte “Launch Site” bestätigt, Anlauf und Fertigung neuer Produkte aus der Pfizer Pipeline werden bevorzugt hierher vergeben, erklärt ein Pfizer-Sprecher. In Illertissen sollen weiterhin Verpackungen gefertigt werden. In der Produktion soll man sich allerdings verstärkt auf die Herstellung von Arzneimitteln mit hochwirksamen Stoffen konzentrieren, was zu einer Verringerung der Arbeitsplätze in diesem Werk führen werde. In welchem Umfang Stellen gestrichen werden, wollte der Sprecher nicht sagen, aber es sei “kein Kahlschlag”.

Geschuldet sind die Restrukturierungsmaßnahmen von Pfizer, zu der letzllich auch die Übernahme von Wyeth zählt – nicht nur mit dem Versuch der Kostensenkung, man reagiert wohl auch auf eine schwache Umsatzentwicklung und den mangelnden Nachschub neuer verkaufsstarker Medikamente. Besonders heftig wird es Pfizer wohl im kommenden Jahr treffen: Dann verliert der Cholesterinsenker Lipitor, das umsatzstärkste Präparat der Pharmaindustrie, seinen Patentschutz.

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