UPDATE: Traue keiner Studie, die…

Bertram Häussler, Chef des IGES-Instituts aus Berlin, will Behauptungen in den Medien, dass explosionsartig wachsende Arzneimittelkosten – etwa für die Krebstherapie – das Gesundheitswesen bedrohen, mit einer neuen Studie entkräften. Berichtet die Deutsche Apotheker Zeitung (online).

Tja, böse Journalisten, die da einfach ein unqualifiziertes Gerücht in die Welt gesetzt haben!

Da stört es die Apotheker Zeitung auch nicht, dass Bertram Häussler nicht zufällig mit diesem Thema hausieren geht:  Gerade erst hat er es bekanntermaßen für die Pharmalobbyisten des VfA präsentiert, genauer, es ist ein Ergebnis des Arzneimittel-Atlas 2010, den sein Institut bereits zum fünften Mal für den der Verband forschender Arzneimittelsteller (VFA) erstellt hat.

In der Pharmazeutischen Zeitung (online) sieht man Häussler bei der Präsentation des Atlas 2010 denn auch freudig an der Seite des vfa-Vorsitzenden Dr. Wolfgang Plischke.

In der Apotheker Zeitung wird die Nähe von IGES und VfA nicht genannt. Nur, Häusler habe mit “Unterstützung der LAWG (Local Area Working Group), einer Arbeitsgemeinschaft internationaler, forschender Pharmaunternehmen, die Umsatzentwicklung bei Krebsmedikamenten im ambulanten Sektor unter die Lupe genommen”.

Klingt natürlich gleich viel offizieller, wenn eine “Working Group” an einer Studie beteiligt ist. Das Ergebnis bleibt gleich: Ein neuerlicher Versuch, die aufkommende Diskussion um die Priorisierung von Arzneimitteln, was gerade bei den “teuren” Krebsmedikamenten immer wieder angesprochen wird, abzuwürgen.

UPDATE 5. August 2010

Natürlich habe ich Herrn Häussler vom IGES Imstitut eine Mail geschickt und ihn um freundliche Zusendung der Studie gebeten, da auf der Internetseite nur eine hübsche PPP zum Thema zu finden ist. Ich dachte, wenn diese Untersuchung schon mit einer Arbeitsgruppe gemacht wird, wird es da jawohl interessante Zahlen zum Thema geben. Dachte ich.

Heute kam die Antwort vom IGES. “Eine Publikation ist derzeit noch in Arbeit, ohne, dass ich Ihnen dazu ein konkretes Datum nennen kann.” schreibt da die nette Pressereferentin. Aber, man will mich sofort informieren, wenn sich was Greifbares ergibt.

Heißt dass, Bertram Häussler hat sich lautstark gegen die Krebsmedikamenten-Kostenlüge gewandt – ohne dass es die zugehörige Studie schon gab?

Ich bin gespannt, ob und was ich noch aus Berlin höre.

One Comment

  1. Volker Stollorz says:

    Immerhin hast Du Antwort bekommen. Ich warte noch:)

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