Gesunder Reibach, Die ZEIT, 11/10

Als der Abrechnungsbetrug aufflog, avancierte die “Holmsland-Affäre” schnell zum größten Medikamenten-Schwindel in Deutschland. Das war 2007. Rund 80 Apotheker standen damals unter Verdacht, über mehrere Jahre hinweg in Deutschland nicht zugelassene Krebsmedikamente auf dem Graumarkt zu günstigen Preisen bezogen, aber gegenüber den Kassen zu den höheren deutschen Preisen der Originalzutaten abgerechnet zu haben.

Ich wollte wissen, was aus dem Fall geworden ist und stellte fest: Tatsächlich ist das Ganze im bürokratischen und juristischen Kleinklein versunken, heftig wird um die Grundfrage gerungen: War der Abrechnungstrick nur eine Lässlichkeit – oder vielleicht auch eine Straftat? Der maßgebliche Informant, der den Fall ins Rollen brachte, verlor Job und Geld, viele Apotheker kamen bisher mit einer Geldstrafe davon, zwei Anklagen stehen aus.

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Ende November wurde dann ein erstes Urteil gesprochen, das Amtsgericht in Tuttlingen verhängte gegen einen angestellten Apotheker eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen. Der Inhaber der Apotheke ist auf Bewährung zu drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Kollegen der Schwäbischen Zeitung haben sich dem Fall auch noch einmal angenommen. Der betroffene Apotheker beteuert seine Unschuld – hier nachzulesen.

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