UPDATE: Philipp Rösler und die sarkastischen Journalisten…oder der gemeinsame Apfelstrudel

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung findet sich ein gewohnt braves Interview mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler. Um die Gesundheitspolitik ging es weniger, immerhin lässt der Minister wissen, dass er seine Liebe zum Gesundheitsministerium (wieder?) entdeckt hat.

(…)

Frage: Warum haben Sie Rainer Brüderle den Posten des Wirtschaftsministers nicht weggenommen?

Rösler: Ich habe mich ein Dreivierteljahr in mein Amt als Gesundheitsminister eingearbeitet, und es macht mir viel Freude. Das gebe ich doch nicht auf – noch dazu in einem Moment, in dem ich weitere Verantwortung übernehme. Vor allem: Der Vizekanzler bestimmt den Kurs für alle liberalen Minister. Da ist es egal, aus welcher Position heraus er das tut.

Statt einer weitschweifigen Analyse hier noch ein weiterer Auszug aus dem Gespräch:

Frage: Sie wirken so wie Sie sind?

Rösler: Das müssen Sie entscheiden. Aber klar ist, ich bin anders als Guido Westerwelle.

Frage: Es ist schon auffällig, wie Sie sich als Anti-Westerwelle präsentieren.

Rösler: Es ist auffällig, dass Sie “präsentieren” sagen. Wenn Politiker nur daran denken, wie sie sich darstellen, kann das nicht funktionieren. Das würde ich nicht wollen. Aber offenbar wird das allen Politikern unterstellt.

Frage: In unserem Beruf wird man eben misstrauisch.

Rösler: Ich würde fast sagen: sarkastisch.

Noch Fragen? Wie war das mit dem Todschlag-Argument? Aber warum müssen Journalisten auch immer so kritisch sein? Dass Rösler sein Amt sehr viel Freude macht, kann man ihm ja auch nicht verdenken, pflegte er doch von Beginn an einen freundschaftlichen Umgang mit seinen Koalitionspartnern und konnte seine Pläne im großen Stil umsetzen (Kopfpauschale, Preisschaukel, Umkehr der Beweislast). Als Vizekanzler wir alles wahrscheinlich noch einfacher werden…

UPDATE: Gerade lernten wir noch, dass Herr Rösler es ablehnt, in seinem Tun mit einer bewussten Inszenierung in Verbindung gebracht zu werden. Der BamS-Leser wundert sich, liest er doch heute über einen Minister, der am Freitag Nachmittag nach einer stressigen Wochen in Berlin bei Frau Wiebke in Goslar vorbeischaut und eine Runde spazieren geht (die Zwillingen sind in dieser Zeit bei ihren Eltern), mit ihr gemeinsam von einem Teller (!) Apfelstrudel isst, bevor er weiter eilt, zum Landesparteitag der niedersächsischen FDP nach Braunschweig….

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