Neue vfa-Chefin: Birgit Fischer auf friedlicher Mission?

Als bekannt wurde, dass Birgit Fischer neue Geschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (VfA) wird, war das Erstaunen groß (wie berichtet) – immerhin war die SPD-Politikerin da noch Chefin der Barmer GEK Krankenkassen. Und auch in ihrem früheren Job als Gesundheitsminsterin in NRW, den sie sieben Jahre innehatte, wird sie wohl eher andere Interessen vertreten haben als die, die jetzt von ihr verlangt werden.

Ich war sehr gespannt, wie sie den Wechsel offiziell begründet – dass es ihr nur ums Geld geht (geschätzes Jahres-Gehalt 400.000 Euro, als Kassen-Chefin 200.000) war allerorten zu lesen, aber, naja – das wird sie, selbst wenn es so wäre (was ich nicht glaube) wohl kaum so erklären. Zum 1. Mai 2011 hat Fischer nun ihren neuen Posten offiziell angetreten, erste Intrviews gegeben. Und sie sagt zum Thema im Handelsblatt-Gespräch:

„Ich habe diese Aufgabe übernommen, weil ich der Meinung bin, dass die verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem endlich aus ihren Schützengräben herauskommen müssen.“

Und was ist ihr Ziel als VfA-Chefin?

“Dass die Industrie vom argwöhnisch beäugten Outsider zum verantwortungsbewussten Player im Gesundheitssystem werden muss.”

Klingt nach viel Arbeit für Frau Fischer. Und auch im Gespräch mit der Ärzte-Zeitung betont sie ihre Mission – ob diese Aussagangslage nicht eigentlich immer zu Beginn stand? Helmut Latschet berichtet jedenfalls, dass sie wisse, worauf sie sich eingelassen hat. Danach gefragt, wie ihre bisherige Außensicht auf die Arzneimittelindustrie ist, antwortete sie:

“Zwiespältig: mit hoher Bedeutung für die Patientenversorgung, aber auf eigene Interessen konzentriert und nachrangig auf die Ziele des Gesundheitswesens ausgerichtet. Das hat ein schlechtes Image verursacht, das im internationalen Vergleich in dieser Schärfe einmalig ist.”

Über eine intensivere Zusammenarbeit mit Ärzten und Krankenkassen sowie die Betonung der Internationalität der Pharmaindustrie will sie Wahrnehmung ihres neuen Auftraggebers ins Positive bringen. Man darf gespannt sein.

Was macht eigentlich Cornelia Yzer? Weggelobt nach Brüssel, weil sie die Kosten-Nutzen-Bewertung nicht verhindert hat?

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