Wie schnell ist nichts passiert!

Gesundheitspolitik in Deutschland: Wie schnell ist nichts passiert! – wer sich die Editorials von Karl-Heinz Schönbach, zusammengestellt aus 20 Jahren der Zeitschrift “Gesundheits- und Sozialpolitik” anschaut, findet den gewählten Buch-Titel* wenig wunderlich.

Ein Beispiel?  Hier der Titel der Januar-Ausgabe der “Gesundheits- und Sozialpolitik” aus dem Jahr 1993:  Unter der Überschrift “Arzneimittel” geht es um “Knappheit” und “Richtgrößen”, die Positivliste Seehofers, die im Schredder landet und Baldur Wagner, der sie dem BPI-Vogel als kleinteiliges Geburtstagsgeschenk übergibt.

Der Arzneimittelschatz war mit rund 45.000 Präparaten im Handel undurchschaubar, schreibt Schönbach. Viele Ärzte schafften es, in ihrer Praxis 1000 Präparate parallel in der Feder zu führen. Fazit: “Dagegen ist kein Kraut gewachsen”.

Gesundheitspolitik ist Politik für 80 Millionen Menschen, wie dies schon Ulla Schmitt gern zitierte, immerhin die am längsten aktive Gesundheitsministerin in Deutschland. Tatsächlich gehen die Probleme alle an, schreibt denn auch Franz Knieps, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium a.D. in seinem Grußwort zur Präsentation des “Best of” am 23. Mai in Berlin.

Die Editorials Schönbach zeigten einerseits, wie vielfältig die Fragestellungen sind, belegten andererseits aber auch, wie nachhaltig Probleme immer wieder auftauchen, wenn sie nicht oder nur unzureichend gelöst werden.  “Nur wer eine ironische Distanz zum politischen Geschehen bewahrt, kann sich selbst ein Urteil bilden.” Wirklich sehr lesenswert.

 

* Gesundheits- und Sozialpolitik: Wie schnell ist nichts passiert!, Karl-Heinz Schönbach und Sven Sieckmann,

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