Die Wirtschaftsweisen: Arzt-Flatrate statt Praxisgebühr

Auch nicht schlecht: Einfach mal die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung senken, statt die Praxisgebühr abzuschaffen: Dafür hat sich der Sachverständigenrat der Bundesregierung am Mittwoch in seimem jüngsten Gutachten ausgesprochen. Interessanterweise machten die Herren denn auch gleich Vorschläge, was stattdessen mit der Praxisgebühr passieren soll: Eine intelligente Weiterentwicklung sei gefordert:

Im Hinblick auf die vorgeschlagene Abschaffung der Praxisgebühr ist das Argument der Befürworter zwar zutreffend, dass diese die angestrebte Lenkungswirkung nicht in dem erhofften Ausmaß entfaltet. Die Zahl der Arztkontakte lag in Deutschland im OECD- Vergleich im Jahr 2010 mit 8,9 Arztkontakten nach wie vor über dem Durchschnitt von 6,4 Arztkontakten.

Allerdings sei die Schlussfolgerung, die Praxisgebühr deshalb abzuschaffen, gar nicht zwingend: stattdessen müssen Alternativen her, nämlich eine Art Flaterate, für Hypochonder wäre das natürlich ein echtes Problem:

So könnte beispielsweise je Arztbesuch eine geringere als die bisherige Gebühr bis zu einer Belastungsobergrenze erhoben werden. Die Krankenkassen könnten auf Basis der Abrechnung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) die Gebührensumme quartalsweise bis zur maximal erlaubten Höhe den Versicherten in Rechnung stellen.

Der Vorteil laut der Experten:

So wäre eine größere Lenkungswirkung entfaltet, weil jeder zusätzliche Arztbesuch mit weiteren Kosten für den Patienten verbunden wäre.

Schade eigentlich, dass die Wirtschafts-Experten ein bisschen zu spät kommen: Die Abschaffung der Praxisgebühr ist seit diesem Wochenende längst beschlossen. Im Gesundheitsausschuss des Bundestages votierten die Mitglieder einstimmig für die Änderungsanträge der Koalitionsfraktionen. Auch im Kabinett gab es für ein Ende des Zehn-Euro-Aufschlags zum 1. Januar 2013 grünes Licht.

Das gesamte Gutachten finden Sie hier – nachzulesen auch interessanten Zahlen zum GKV-Haushalt, Stichwort “Reformnotwenigkeit trotz Überschüssen” ….

 

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