Wissenswerte 2014 – in Magdeburg!

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Am 24. November – was für ein schöner Tag! – beginnt die Wissenswerte 2014, zum ersten Mal nicht in Bremen, sondern in Magdeburg. Wer sich noch nicht angemeldet hat, hier gibt es alle Infos. Das Programm liegt auch vor, zu sehen hier – meine Tipps für den ersten Tag:

Diskussion: Muss der Wissenschaftsjournalismus politischer werden?
In Kooperation mit der Wissenschafts-Pressekonferenz e.V. (WPK), Moderation Martin Schneider
Der zunehmende europäische und globale Wettbewerb verändert das Wissenschaftssystem derzeit massiv: Fragen zur Konkurrenz um die klügsten Köpfe zwischen Nordamerika, Asien und Europa, zur Gestaltung des europäischen Forschungsraumes, zur Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems, zu Technologietransfer und Innovationsrankings, zu Dual Career und Gender werden gegenwärtig innerhalb der Wissenschaft intensiv diskutiert. Im Zuge dieses Wettbewerbs gewinnen (genuin wissenschaftsferne) Systeme wie Politik und Wirtschaft an Gewicht und Einfluss in der Wissenschaft…

Workshop Wissenschaft: Grüne Gentechnik
Volker Stollorz, Freier Wissenschaftsjournalist (u.a. FASZ), Köln
Gentechnik bleibt ein Thema für große Gefühle und entsprechend regelmäßige öffentliche Auseinandersetzungen. Im Zuge der Verhandlungen über ein transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) ist sie jüngst erneut in den medialen Fokus geraten. Da die USA und große Teile Europas einen regulatorisch gegensätzlichen Umgang mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln pflegen, bleibt die immer wieder neu zu verhandelnde Frage virulent, welche Evidenz es gibt mit Blick auf mögliche Risiken gentechnologischer Methoden in der Pflanzenzüchtung.
Der Workshop analysiert in aller Kürze am Beispiel des Themas „Smart-Breeding“ in der Pflanzenzüchtung:
Was sich die Forschung von gentechnisch veränderten Pflanzen versprochen hat und verspricht?Welche Bedeutung künftig neuartige „transgene“ Pflanzen haben werden und inwiefern Techniken des „Smart Breeding“ und des „Genome-Editing“ (TALEN, CRISP & Co) die Grundlagen der öffentlichen Diskussion um die Grüne Gentechnik revolutionieren könnten? Wie aktuell die Risikoforschung im Feld der grünen Gentechnik aussieht und was wir über die Effekte von GMO auf ihre Umwelt wissen und erst noch lernen müss(t)en?

Werkstattgespräch: Beispiel Bahnsen: Der Journalist als Wissenschaftler
Ulrich Bahnsen hat in der ZEIT seine eigenen Hypothesen zur Wurzel von Alzheimer dargestellt – und damit etwas Ungewöhnliches getan: Ein Journalist greift der Wissenschaft vor und zeigt mögliche Wege der Forschung auf. Er zitiert keine Studien, sondern bringt selbst eine Idee auf. Warum ist das eigentlich so ungewöhnlich? Hat nicht mancher Journalist einen besseren Überblick über bestimmte Themen als mancher Wissenschaftler, der den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht? Andererseits: Ist das noch Journalismus?

Bei den Werkstattgesprächen der WISSENSWERTE erzählen erfahrene Kollegen, wie sie ihre Idee entwickelt und ihre Projekte umgesetzt haben und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert waren. Die Werkstattgespräche dienen dem Erfahrungsaustausch und ermöglichen das direkte Gespräch zwischen Kollegen über ihre Arbeit. Die Gespräche finden deshalb bewusst im kleinen Rahmen von maximal 30 Teilnehmern statt und richten sich explizit an journalistische Besucher der WISSENSWERTE.

Wie evidenzbasiert sind innovative Medizinprodukte?
Moderation: Barbara Ritzert
Künstliche Knie- und Hüftgelenke, Aortenklappenersatz, Brustimplantate oder der Neuromodulator gegen Tinnitus – Beispiele für Medizinprodukte, die beim Patienten angewendet werden. Dabei sind vorherige klinische Studien nicht verpflichtend; es gibt kein geregeltes Zulassungsverfahren – und auch die Wirksamkeit muss (zumindest in Europa) nicht nachgewiesen werden. Dieses System, das sich grundlegend von Arzneimittelmarkt unterscheidet, soll vor allem Innovationen fördern; zugleich ist das Interesse sowohl bei Patienten als auch bei den Chirurgen hoch.
Dabei wird bei diesen Produkten immer wieder auf die schwierige Evidenzlage hingewiesen. Dieser Vorwurf zielt auch auf die Chirurgie, die sich recht affin gegenüber diesen (lukrativen) Innovationen zeigt. Braucht es neue regulierende Maßnahmen für diesen Markt? Oder wäre auch ein freiwilliger Nachweis der Evidenz machbar – ganz ohne gesetzlichen Druck?

Tipps für den 2. Tag:
Ich kann mich nicht entscheiden – alles spannend:
http://www.wissenswerte-bremen.de/Programm_2014

Werkstattgespräch: Neu am Markt: WIRED, KrautReporter, c’t Wissen

In diesem Jahr sind einige Neuerscheinungen am hart umkämpften Markt angetreten, bei denen Wissenschaftsthemen eine relevante Rolle spielen: Der Heise-Verlag wirft das Sonderheft „c’tWissen“ auf den Markt, Condé Nast versucht eine Neuauflage von WIRED – und die KrautReporter wagen ein Gegenmodell zum verlagsabhängigen Journalismus.
In diesem Werkstattgespräch erklären WIRED-Chefredakteur Nikolaus Röttger, c’t-Chefredakteur Jürgen Rink und Kraut-Reporter-Geschäftsführer Philipp Schwörbel ihr Konzept, Zielsetzung, Redaktionsstrukturen, Themenportfolio und strategische Herausforderungen. Neben den unterschiedlichen verlegerischen Strategien dürfte bei dieser Session, die von Prof. Holger Wormer (TU Dortmund) moderiert wird, auch die Zusammenarbeit mit Freien Journalisten besonders interessant sein.

Pitch the Editor: Wie bringe ich mein Thema online?
Mit Irene Meichsner!
ktuelle Aufhänger, Hintergrundbericht oder Interview, was ist der „Dreh“ des Themas, wer gilt als Experte – die Themenfindung in Online-Redaktionen ist für Freie Journalisten oft ein Rätsel. Was die eine Redakteurin begeistert, entlockt dem anderen Redakteur nur ein Kopfschütteln.

In diesem Workshop möchten wir auf spielerischem Weg Transparenz in die Entscheidungsprozesse von Online-Redaktionen bringen. Das Szenario: Auf der Bühne sitzen drei leitende Redakteure, denen das WISSENSWERTE-Publikum spontan Themenvorschläge unterbreiten kann. Die Redakteure begründen live vor dem Publikum, welche Vorschläge sie begeistern und welches Thema sie ablehnen.

Wem die Argumente nicht einleuchten, ist herzlich eingeladen, für seinen Themenvorschlag zu kämpfen. Und wer sein Thema erfolgreich verkauft, kann im Anschluss gerne noch mit dem Redakteur über das Honorar feilschen…. 😉

In diesem Jahr legen wir den Fokus auf die Online-Wissenschaftsredaktionen. Für die Redaktionen steigen Sven Stockrahm (ZEIT Online), Markus Schulte von Drach (SZ Online) und Daniel Lingenhöhl (spektrum.de) in den Ring. Moderiert wird das Format von der Freien Journalistin Irene Meichsner aus Köln.

One Comment

  1. Lars Fischer says:

    Danke fürs Filtern des Programmwustes. 🙂 Den Herrn Bahnsen guck ich mir glatt mal an.

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