Memento-Preis für “Zauberberg hinter dem Stacheldraht”

memento

Zum ersten Mal wurde in dieser Woche der Memento Preis gegen vernachlässigte Krankheiten auch in der Kategorie Journalismus verliehen. Gewonnen hat: Merle Schmalenbach, freie Journalistin für ihren Artikel „Zauberberg hinter Stacheldraht“, der am 30.1.2014 in Die ZEIT, Rubrik Wissen, erschienen ist.

Die Memento-Jury bestand neben meiner Person aus Dagny Lüdemann (Leiterin Wissenschaftsredaktion Zeit online), Christopher Baethge (Deutschen Ärzteblatt) und Reto Brun (emeritierter Professor für medizinische Parasitologie an der Universität Basel, Leiter der Unit ‘Parasite Chemotherapie’ und stellvertretender Leiter des Departements ‘Medical Parasitology and Infection Biology’ am Schweizerieschen Tropen- und Public Health Institute in Basel).

mementomerle250215

Wir haben uns für Merle Schmalenbachs Beitrag entschieden,

“da es ihr gelungen ist, einen originellen Zugang zum Thema Tuberkulose zu finden. Tuberkulose ist eine vernachlässigte Krankheit, zu der die Autorin eine Geschichte aus Deutschland erzählt, die nicht nur komplexe und wichtige Inhalte transportiert, sondern auch jede und jeden betreffen kann.”

Ich habe mich sehr gefreut, die Laution halten zu dürfen, gefeiert wurde übrigens in der Höörsaalruine der Charité in Berlin. Ein paar Eindrücke des Abends aus der sehr ehrenwerten Kulisse gibt es hier.

memento250215

Den Memento Forschungspreis 2015 erhielt die Arbeitsgruppe um Professor Achim Hörauf vom Institut für medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP), Universitäts-Klinikum Bonn. Die Jury würdigt damit die Entwicklung eines neuen Therapiekonzeptes gegen lymphatische Filariose (Elephantiasis), eine vernachlässigte Fadenwurmerkrankung, an der weltweit mehr als 150 Millionen Menschen leiden und die zu schmerzhaften und extremen Schwellungen der Gliedmaßen führt. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind: Prof. Dr. Achim Herauf, Dr. Kenneth Pfarr, Dr. Andrea Schiefer, Dr. Sabine Specht, Dr. Ute Klemann-Schulz, Dr. Sabine Mand, Dr. Alexander Yaw Deborah (Kwame Nkrumah University oft Science an Technology in Kumasi, Ghana)

Mit dem Memento Politikpreis wurde Uwe Kekeritz, Mitglied des Bundestages (Bündnis 90/Die Grünen) ausgezeichnet. Die Jury würdigt damit das Engagement von Uwe Kekeritz für bessere politische Rahmenbedingungen im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten. Indem er dabei stets die öffentliche Verantwortung in diesem Bereich nicht nur auf deutscher, sondern auch auf europäischer und internationaler Ebene betont hat, hat Herr Kekeritz dazu beigetragen, die Diskussion zum Thema lebendig zu halten.

memento250215auditorium

Was ist der Memento Preis?

Die gesundheitlichen Bedürfnisse von Milliarden von Menschen in ärmeren Ländern werden seit langem vernachlässigt. Diagnostika, Medikamente und Impfstoffe für so genannte vernachlässigte Krankheiten wie etwa Tuberkulose oder Dengue-Fieber sind entweder überhaupt nicht vorhanden oder aber veraltet und ungeeignet für den Gebrauch in infrastrukturschwachen Gegenden. Auch einige Aspekte von HIV/Aids können als vernachlässigt gelten.
Um auf diesen Notstand hinzuweisen, haben sich die BUKO Pharma-Kampagne, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V., Brot für die Welt und Ärzte ohne Grenzen e.V. zusammengeschlossen und gemeinsam den Memento Preis für vernachlässigte Krankheiten ausgelobt. Seit 2014 wird er einmal im Jahr für besonderes Engagement in der Bekämpfung von vernachlässigten Krankheiten verliehen.

Leave a Comment