Conflict of interest: Brauchen wir neue Regeln?

Illustration, De Standaard

Der richtige Umgang mit (Industrie-)Forschung wurde in dieser Woche wieder einmal heftig diskutiert. Nach drei Essays von Lisa Rosenbaum im “New England Journal of Medicine” (“NEJM”) machten drei frühere NEJM-Chefredakteure, darunter Marcia Angell, im British Medical Journal deutlich, was sie von dem Vorstoß halten: Nichts!

Rosenbaum hatte im “NEJM” gefordert, Kooperationen zwischen Medizinern und Pharmakonzernen neu zu bewerten. Ein besonderes Problem seien die Auflagen der Fachmagazine, nach denen jeder Fachautor, falls er mit dem Geld eines Unternehmens gearbeitet hat, dies unter einer Studie offenlegen muss. Forscher, die mit Pharmakonzernen kooperieren, würden heutzutage automatisch stigmatisiert, ihre Studien nicht gelesen.

Für die Zukunft sollte detaillierter betrachtet werden, wie forschende Mediziner und die Industrie zusammenarbeiten. Die Abhängigkeit voneinander dürfe nicht länger geleugnet werden, findet Rosenbaum. Ohne die finanzielle Unterstützung der Industrie würde es viele Medikamente nicht geben.

Für einen Artikel auf  SPIEGEL ONLINE habe ich Experten nach ihrer Einschätzung geben, darunter Gerd Antes, Direktor des Cochrane Zentrums und Jürgen Windeler, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG). Auch in Gesprächen mit Kollegen zeichnete sich ein sehr differenziertes Bild ab. Was meint ihr?

 

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