Memento Preis 2016

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Bereits zum zweiten Mal wurde der Memento Preis verliehen – in den Kategorien Forschung und Journalismus. Letzterer ging an den freien Journalisten Martin Mehrlinger (36) für seine Geschichte „Heilung an Bord„, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Warum, dass steht in der Laudatio der Jury. Mehrlinger möchte den Preis (2500 Euro) zum Teil an Ärzte ohne Grenzen spenden, zum Teil in ein weiteres Recherche-Projekt diese Art stecken. Vorschläge sind herzlich Willkommen.

Herzlich willkommen sind der Memento-Jury weiterhin Geschichten rund um das auch in den Medien noch vernachlässigte Thema der vernachlässigten Krankheiten – auch 2017 soll es den Preis wieder geben.

Die Memento-Jury bestand neben meiner Person aus Dagny Lüdemann (Leiterin Wissenschaftsredaktion Zeit online), Christopher Baethge (Deutschen Ärzteblatt) und Reto Brun (emeritierter Professor für medizinische Parasitologie an der Universität Basel, Leiter der Unit ‘Parasite Chemotherapie’ und stellvertretender Leiter des Departements ‘Medical Parasitology and Infection Biology’ am Schweizerieschen Tropen- und Public Health Institute in Basel).

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In der Kategorie Forschung wurde Klaus Brehm und sein Team vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg prämiert. Gewürdigt wurde damit der herausragenden Beitrag (5000 Euro), den die Forschungsergebnisse Brehms für die Entwicklung einer wirksamen Therapie gegen Bandwurm-Infektionen leisten.

Brehm und seinem Team war es gelungen, das Genom des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) zu entschlüsseln. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse können Zielstrukturen ausfindig gemacht werden, die als Angriffspunkte für Medikamente gegen Bandwurmerkrankungen besonders geeignet sind. In Deutschland infizieren sich rund 50 Menschen pro Jahr mit dem Fuchsbandwurm, in Teilen Asiens sind bis zu 15 Prozent der Bevölkerung betroffen. Viel verbreiteter ist der Hundebandwurm, mit dem in ärmeren Ländern Millionen Menschen infiziert sind. Unbehandelt enden Bandwurm-Infektionen meist tödlich.

In seiner Dankesrede wies Brehm darauf hin, dass nun zwar alle Voraussetzungen erfüllt sind, um wirksame Medikamente entwickeln, die wirklich helfen – doch nun fehle leider noch eine Anschlussfinanzierung.

Ein paar Eindrücke des Abends aus der sehr ehrenwerten Kulisse der Hörsaalruine der Charité in Berlingift es hier.

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