Mitmachen: March for Science Germany

Update (20. April): Nur noch zwei Tage, dann ist Science March-Tag. Forscher wie Journalisten rufen auf, teilzunehmen – hier eine kleine Auswahl:

Ranga Yogeshwar etwa spricht im dpa-Interview über die Gründe hinter dem Misstrauen gegenüber Forschern – und macht dafür die eigene Zunft mitverantwortlich. In der ZEIT heißt es: „Wahrheit verpflichtet“ – Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber appelliert an seine Kollegen: Die Anhänger des Postfaktischen hetzen gegen Wissenschaftler – Zeit, sich zu wehren.

ARD alpha bringt einen Beitrag: Demo gegen Alternative Facts und Fake News – mit dem „March for Science“ demonstrieren Wissenschaftler und Studenten weltweit am 22. April gegen Lügen und Tatsachenverdreherei. Auch in München plant eine Gruppe den Protestmarsch für die Wissenschaft. Warum engagieren sie sich?

rbb Info hat Franz Ossing, langjähriger Pressesprecher des Potsdamer Geoforschungszentrum und im Organisations-Team des March for Science Berlin interviewt, in der FAZ liest sich eine feuilletonische Auseinandersetzung mit dem 22.4.: Joachim Müller-Jung, Ressortleiter Wissenschaft und Technik, ruft „Vorwärts, marsch!“ – aber: Was schreibt man aufs Plakat? 

 

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https://www.marchforscience.com/satellite-marches/

 

 

 

 

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Überall, weltweit, werden am 22. April WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und BürgerInnen, denen das Wissen der Menschheit wichtig ist, auf die Straße gehen und zeigen: Wissenschaft geht uns alle an!  So steht es auf der Website des March for Science, der am 22. April in Berlin stattfindet. Start ist die Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6.

Angestoßen wurde die Initiative in Washington:

The March for Science demonstrates our passion for science and sounds a call to support and safeguard the scientific community. It is time for people who support scientific research and evidence-based policies to take a public stand and be counted.

Es geht auch anders: If you will be attending virtually, please select Washington DC or your local march and you will be given an option for virtual marching.

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Wer nicht in der Berlin mitlaufen möchte oder kann, der kann den March for Science in 14 anderen Städten in Deutschland unterstützen. Die Wissenschafts-Pressekonferenz läuft auch mit, und zwar beim Lauf in Bonn.

Worum geht es genau? 

Der March ist eine internationale Kundgebung, die am 22. April in fast 431 Städten (Stand: 5.4.2017) auf der ganzen Welt für den Wert von Wissenschaft, Fakten und Evidenzbasiertheit in Zeiten von „alternativen Fakten” (= Lügen) eintritt. Wissenschaft ist etwas, was alle angeht. Insofern gehen am 22.4. nicht nur Wissenschaftler/innen auf die Straße, sondern alle, denen diese Dinge ebenfalls wichtig sind.

Der Lauf ist überparteilich und überinstitutionell – es wird für den Wert von Wissenschaft und Forschung demonstriert. Und um ein deutliches Signal zu setzen, dass wissenschaftliche Prinzipien und die Suche nach Evidenz nicht verhandelbare Elemente sind. Denn sie liefern Grundlagen, die für kritisches Denken und den konstruktiven gesellschaftlichen Dialog einer Demokratie von elementarer Bedeutung sind. Dies ist auch im Interesse des Wissenschaftsjournalismus, der für demokratische Werte einsteht und mit kritischem Blick evidenzorientiert arbeitet, damit die Gesellschaft fundierte Urteile fällen kann. Populistische Meinungsmache und die Leugnung wissenschaftlich erwiesener Tatsachen stellen eine gesellschaftliche Gefahr und eine Probe für die Demokratie dar.

Eine Demo für die Wissenschaft. Muss das sein?

Ich finde: Ja, auf jeden Fall! Die Deutsche Presseagentur hat sich dieser Frage angenommen:

(…) Dennoch fragen manche, ob der Protestmarsch das geeignete Mittel ist. Der Geologe Robert Young mahnt in der „New York Times“, damit trivialisiere und politisiere man Wissenschaft. Besser sei es, in Kirchen, Schulen und lokale Einrichtungen zu gehen, mit Menschen zu reden und Vorurteile abzubauen. Viele Menschen würden keinen Forscher persönlich kennen. Young: «Wir sind Unbekannte, (…) die schlechte Nachrichten bringen.» Der Physiker Michael Lubell vom City College of New York schreibt im US-Fachjournal „Science“: „Wissenschaftler werden als Elite betrachtet, und vielleicht sogar als Teil des Establishments, gegen das im November so viele gewählt haben.“

„Wir glauben, dass für Wissenschaftler die Zeit vorbei ist, um diesem Kampf guten Gewissens aus dem Weg zu gehen“, sagt die Mitinitiatorin des Science-Protestmarsches im April, Caroline Weinberg. „Man braucht dabei gar nicht parteiisch zu sein, denn Politiker auf beiden Seiten des Spektrums beziehen Positionen, die wissenschaftlichen Beweisen klar entgegenstehen.“ Aber man könne eben eine Politik nicht ignorieren, die die Zukunft der Wissenschaft bedrohe.

(Hinweis: Die Autorin ist im Organisations-Team des March for Science Berlin :-))

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